Blume des Lebens Kulturhotels
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Schweizer Familie, 2008

 

"Die Arbeit erhält mich lebendig", sagt sie. "Wobei ich auch sonst nicht eingeschlafen wäre." Kaum, mit vier Enkelkindern. "Die kommen etwas zu kurz", gibt Annemarie Mühlemann, 62, zu. Seit sie 55 Jahre alt ist, organisiert sie Lesungen in Hotels - in der Schweiz, in Europa. 200 Schriftsteller arbeiten mit ihr zusammen. Heute erhält sie Anfragen von Hotels. Vor ein paar Jahren war es umgekehrt. Sie musste Hotelmanager überzeugen, dass eine Lesung eine gute Sache ist.

Aller Anfang ist schwer. Und weshalb sie überhaupt einen Anfang gewagt hatte, weiss die ehemalige technische Telefonistin nicht mehr genau. "Es kamen viele Interessen zusammen", erinnert sie sich. Sie hatte Freude am Organisieren. Sie reiste gern. Und am liebsten übernachtete sie in schönen Hotels, genoss die Atmosphäre der Vier- und Fünfsternpaläste. Sie war fasziniert von den Literatursalons der Jahrhundertwende, die in Berlin oder Paris Künstler aus ganz Europa anzogen. "So etwas gibt es kaum mehr", dachte Annemarie Mühlemann. Und beschloss, dies zu ändern.

Mit Erfolg: Heute kombiniert sie die Lesungen mit Konzerten und Theater. "Die Gäste können nach den Lesung mit den Künstlern zusammensitzen, etwas trinken, diskutieren", sagt Annemarie Mühlemann. Kultur im kleinen Kreis. Denn "Bei grossen Lesungen bekommt man bestenfalls das Buch signiert."